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Praxisprojekt · Datenstrategie

500 TB, 66.000 € pro Jahr —
und warum wir den Server selbst kaufen

Wie ein mittelständisches Unternehmen seinen Cloud-Speicher auf lokale KI-Infrastruktur umstellt — und dabei gleichzeitig DSGVO-Pflichten erfüllt, Kosten halbiert und Datenverluste versichert.

📅 Mai 2026 ✍️ Anton Lytvynenko (AlpiType), Oliver Kastler (OLKA IT-MBS) & Florian Ludwig (FL-Consulting) ⏱ 6 Min. Lesezeit 🏭 Fertigung · DACH

Unser Kunde betreibt eine Fertigungsinfrastruktur, die über 14 Jahre gewachsen ist: CAD-Modelle und FEM-Simulationen aus der Konstruktion, CMM-Messprotokolle aus der Qualitätssicherung, Maschinenlog-Dateien aus der Produktion, dazu Auftragsdokumentation, Prüfberichte und Zertifizierungsnachweise. Jedes dieser Dokumente gehört zu einer lückenlosen Traceability-Kette — von der Erstzeichnung bis zur Auslieferung — und unterliegt gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zwischen 5 und 10 Jahren.

Das Problem war nicht der Speicherplatz an sich. Das Problem war, dass alles gleich teuer gespeichert wurde: ein CAD-Modell von 2011, das niemand mehr öffnet, kostete denselben Cloud-Preis wie ein Prüfprotokoll von gestern. Bei 500 TB summiert sich diese Ineffizienz auf 50.000–66.000 € jährlich.

Wir haben das Projekt gemeinsam umgesetzt. Oliver Kastler von OLKA IT-Modern Business Solutions übernahm die Hardware-Beschaffung und Netzwerkintegration. AlpiType lieferte die KI-gestützte Datenklassifikation und das Automatisierungs-Framework. Das Ergebnis spricht für sich.

500 TB
Datenbestand gesamt
19.998 €
Investition (einmalig)
50–66k€
Einsparung pro Jahr
<5 Mon.
Amortisation

Das Problem: Cloud-Kosten kennen keine Bremse

500 TB Daten in der Cloud kosten je nach Anbieter und Abrufverhalten zwischen 50.000 und 66.000 Euro pro Jahr — allein für Speicher und Egress. Dazu kommen Transaktionskosten, API-Aufrufe und der Aufwand für Compliance-Prüfungen.

Warum die Kosten so hoch sind Hyperscaler berechnen nicht nur den Speicherplatz, sondern auch jeden Datenzugriff. Wer regelmäßig auf Produktionsdaten, Logs oder Qualitätsprotokolle zugreift, zahlt doppelt: einmal für Storage, einmal für Egress. Bei 500 TB mit regelmäßigem Zugriff summiert sich das schnell auf 5.000–7.000 € monatlich.

Für ein Unternehmen mit 180 Mitarbeitenden ist das kein Kleingeld — und der Betrag wächst mit jedem Quartal, weil Datenmengen immer zunehmen, Preismodelle sich ändern und neue Compliance-Anforderungen zusätzliche Speicherfristen erzwingen.

Phase 1: KI-gestützte Datenklassifikation

Bevor wir irgendeinen Server bestellt haben, haben wir den bestehenden Datenbestand analysiert. Nicht manuell — sondern mit Alpi-M, unserem lokalen KI-System. Das Ergebnis war überraschend eindeutig.

1

Scan & Klassifikation

Alpi-M scannt alle 500 TB und klassifiziert jeden Datensatz nach Zugriffsfrequenz, Datentyp und gesetzlicher Aufbewahrungspflicht — vollständig lokal, keine Cloud, kein Datentransfer.

2

Data-Aging: Hot / Warm / Cold

Daten werden in drei Temperaturzonen eingeteilt. Hot: täglicher Zugriff, bleibt auf schnellem NVMe-Speicher. Warm: wöchentlicher Zugriff, wandert auf SATA-SSD. Cold: Archivdaten nach HGB/GoBD, auf kosteneffizienten HDDs mit Verschlüsselung.

3

Automatisches Clustering

Ähnliche Daten werden geclustert und dedupliziert. Duplikate, temporäre Dateien und veraltete Logs werden identifiziert — der effektive Speicherbedarf sank bei unserem Kunden um 23 %.

4

Aufbewahrungsfristen automatisch einhalten

HGB §257 (10 Jahre für Handelsbücher), GoBD-konforme Archivierung, DSGVO-Löschfristen — Alpi-M setzt diese Regeln automatisch um. Kein manueller Aufwand, kein Compliance-Risiko.

Praxis-Ergebnis Nach der Klassifikation stellte sich heraus: 71 % der Daten waren "Cold" — also selten oder nie abgerufen, aber trotzdem zu vollen Cloud-Preisen gespeichert. Diese Erkenntnis allein änderte die Wirtschaftlichkeitsrechnung komplett.

Phase 2: Hardware-Auswahl mit Oliver Kastler

Mit dem genauen Datenprofil in der Hand war die Hardware-Auswahl keine Raterei mehr, sondern eine präzise Ingenieursentscheidung. Oliver Kastler brachte hier seine langjährige Erfahrung in der IT-Infrastruktur für DACH-Fertigungsbetriebe ein.

KomponenteSpezifikation & AuswahlKosten
NVMe-Tier (Hot)2× Samsung PM9A3 3.84 TB NVMe, RAID-13.148 €
SSD-Tier (Warm)4× Seagate IronWolf Pro 16 TB SSD, RAID-64.716 €
HDD-Tier (Cold)12× WD Gold 18 TB, RAID-65.364 €
Chassis & NetzSupermicro 2U, Mellanox 25 GbE dual-port3.290 €
Installation & IntegrationOLKA IT-MBS Vor-Ort, 2 Tage + Einweisung3.480 €
Gesamtinvestition Präzise gemäß Projektangebot19.998 €
Umsetzungspartner
🖥️

Oliver Kastler — OLKA IT-Modern Business Solutions

Hardware & Netzwerkintegration

Server-Beschaffung, RAID-Konfiguration, Einbindung ins LAN/VPN des Kunden. IT-Infrastruktur für Fertigungsbetriebe in der Region Fürstenfeldbruck–München.
olka-itmbs.de

📋

Florian Ludwig — FL-Consulting

Compliance & Datenaufbewahrung

Florian hat mit der Geschäftsführung definiert, welche Log-Daten für diesen Business Case aufbewahrt werden müssen — eine unternehmerische Entscheidung, keine IT-Aufgabe.
Florians Projektbericht →

Was das wirklich kostet — und was es spart

+46.000 € / Jahr

Netto-Ersparnis im ersten Jahr nach Amortisation der Investition.
Ab Jahr 2: volle 50.000–66.000 € bleiben im Unternehmen.

Die monatlichen Betriebskosten des lokalen Systems: Strom (~80 €), Wartungsvertrag OLKA IT-MBS (~200 €/Monat), Software-Subscription Alpi-M. Alles zusammen deutlich unter 500 € im Monat — gegenüber 5.000–5.500 € Cloud-Rechnung vorher.

DSGVO & gesetzliche Aufbewahrungspflichten

Ein oft unterschätzter Vorteil der lokalen Infrastruktur: Daten verlassen nie das Unternehmen. Das vereinfacht DSGVO-Compliance massiv — kein Auftragsverarbeitungsvertrag mit einem US-Anbieter, keine Data-Residency-Diskussion, keine Unsicherheit bei Behördenanfragen.

Konkret erfüllt das System automatisch:

  • HGB §257: Handelsbücher und Buchungsbelege 10 Jahre aufbewahrt, unveränderlich archiviert
  • GoBD: Revisionssichere Archivierung, Zugriffs-Log, Exportfähigkeit für Betriebsprüfungen
  • DSGVO Art. 17: Automatische Löschung nach Ablauf von Aufbewahrungsfristen
  • DSGVO Art. 32: Verschlüsselung at-rest und in-transit

Datensicherheit & Versicherung

Lokale Infrastruktur bedeutet mehr Kontrolle — aber auch eigene Verantwortung. Wir empfehlen unseren Kunden deshalb immer, die neue Infrastruktur in ihre Cyber-Versicherung aufnehmen zu lassen: Datenverlust, Ransomware, Betriebsunterbrechung.

Versicherungspartner · Risikobewertung
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Allianz Versicherung · Fruhmann GbR
Generalvertretung · Gilching & Seefeld
5.0 ★ · 241 Bewertungen
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🔒 Cyber-Versicherung 💼 Betriebsunterbrechung ⚖️ DSGVO-Bußgeldschutz 💾 Datenverlust / Ransomware
vertretung.allianz.de/agentur.fruhmann ↗

Der Moment, in dem sich die Architektur bewährt hat

Drei Monate nach Go-Live wurde der Kunde von seiner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu einer außerplanmäßigen Betriebsprüfung aufgefordert — Prüfungszeitraum: Geschäftsjahre 2018–2022. Gefordert wurden vollständige Auftragsdokumentationen, Prüfprotokolle und Maschinenlogs für 847 Fertigungsaufträge.

Ergebnis: 4 Stunden statt 4 Wochen Alpi-M lokalisierte alle 847 Datensätze anhand von Auftragsnummern und Zeitstempeln, exportierte die geforderten Dokumente in prüfungskonformem Format und erzeugte ein lückenloses Zugriffsprotokoll für den Prüfer — vollständig offline, ohne Datentransfer nach außen, ohne externe IT-Unterstützung. Der Prüfer bestätigte die Vollständigkeit schriftlich. In der alten Cloud-Infrastruktur wäre dieselbe Aufgabe ein manueller Suchprozess über mehrere Wochen gewesen.

Das ist der Unterschied zwischen «günstiger speichern» und «die Daten tatsächlich im Griff haben».

Fazit: Souveränität rechnet sich

Dieses Projekt zeigt, dass lokale KI-Infrastruktur kein ideologisches Statement ist — sondern eine wirtschaftliche Entscheidung. 19.998 € Investition gegen 50.000–66.000 € jährliche Einsparung, DSGVO-Compliance als Nebenprodukt, und die vollständige Kontrolle über Unternehmensdaten.

Der Schlüssel ist die KI-gestützte Vorbereitung: Ohne Klassifikation und Aging-Analyse kauft man zu viel Hardware. Mit ihr kauft man genau das Richtige.

Ihr nächster Schritt Wenn Sie ähnliche Cloud-Kosten haben und wissen möchten, was Ihr Datenbestand wirklich enthält — sprechen Sie uns an. Eine erste Analyse ist kostenlos und dauert unter einer Woche.
Ihr AlpiType Team Landsberg am Lech · alpitype.de
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Anton Lytvynenko

Anton Lytvynenko

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