500 TB, 66.000 € pro Jahr —
und warum wir den Server selbst kaufen
Wie ein mittelständisches Unternehmen seinen Cloud-Speicher auf lokale KI-Infrastruktur umstellt — und dabei gleichzeitig DSGVO-Pflichten erfüllt, Kosten halbiert und Datenverluste versichert.
Unser Kunde betreibt eine Fertigungsinfrastruktur, die über 14 Jahre gewachsen ist: CAD-Modelle und FEM-Simulationen aus der Konstruktion, CMM-Messprotokolle aus der Qualitätssicherung, Maschinenlog-Dateien aus der Produktion, dazu Auftragsdokumentation, Prüfberichte und Zertifizierungsnachweise. Jedes dieser Dokumente gehört zu einer lückenlosen Traceability-Kette — von der Erstzeichnung bis zur Auslieferung — und unterliegt gesetzlichen Aufbewahrungsfristen zwischen 5 und 10 Jahren.
Das Problem war nicht der Speicherplatz an sich. Das Problem war, dass alles gleich teuer gespeichert wurde: ein CAD-Modell von 2011, das niemand mehr öffnet, kostete denselben Cloud-Preis wie ein Prüfprotokoll von gestern. Bei 500 TB summiert sich diese Ineffizienz auf 50.000–66.000 € jährlich.
Wir haben das Projekt gemeinsam umgesetzt. Oliver Kastler von OLKA IT-Modern Business Solutions übernahm die Hardware-Beschaffung und Netzwerkintegration. AlpiType lieferte die KI-gestützte Datenklassifikation und das Automatisierungs-Framework. Das Ergebnis spricht für sich.
Das Problem: Cloud-Kosten kennen keine Bremse
500 TB Daten in der Cloud kosten je nach Anbieter und Abrufverhalten zwischen 50.000 und 66.000 Euro pro Jahr — allein für Speicher und Egress. Dazu kommen Transaktionskosten, API-Aufrufe und der Aufwand für Compliance-Prüfungen.
Für ein Unternehmen mit 180 Mitarbeitenden ist das kein Kleingeld — und der Betrag wächst mit jedem Quartal, weil Datenmengen immer zunehmen, Preismodelle sich ändern und neue Compliance-Anforderungen zusätzliche Speicherfristen erzwingen.
Phase 1: KI-gestützte Datenklassifikation
Bevor wir irgendeinen Server bestellt haben, haben wir den bestehenden Datenbestand analysiert. Nicht manuell — sondern mit Alpi-M, unserem lokalen KI-System. Das Ergebnis war überraschend eindeutig.
Scan & Klassifikation
Alpi-M scannt alle 500 TB und klassifiziert jeden Datensatz nach Zugriffsfrequenz, Datentyp und gesetzlicher Aufbewahrungspflicht — vollständig lokal, keine Cloud, kein Datentransfer.
Data-Aging: Hot / Warm / Cold
Daten werden in drei Temperaturzonen eingeteilt. Hot: täglicher Zugriff, bleibt auf schnellem NVMe-Speicher. Warm: wöchentlicher Zugriff, wandert auf SATA-SSD. Cold: Archivdaten nach HGB/GoBD, auf kosteneffizienten HDDs mit Verschlüsselung.
Automatisches Clustering
Ähnliche Daten werden geclustert und dedupliziert. Duplikate, temporäre Dateien und veraltete Logs werden identifiziert — der effektive Speicherbedarf sank bei unserem Kunden um 23 %.
Aufbewahrungsfristen automatisch einhalten
HGB §257 (10 Jahre für Handelsbücher), GoBD-konforme Archivierung, DSGVO-Löschfristen — Alpi-M setzt diese Regeln automatisch um. Kein manueller Aufwand, kein Compliance-Risiko.
Phase 2: Hardware-Auswahl mit Oliver Kastler
Mit dem genauen Datenprofil in der Hand war die Hardware-Auswahl keine Raterei mehr, sondern eine präzise Ingenieursentscheidung. Oliver Kastler brachte hier seine langjährige Erfahrung in der IT-Infrastruktur für DACH-Fertigungsbetriebe ein.
| Komponente | Spezifikation & Auswahl | Kosten |
|---|---|---|
| NVMe-Tier (Hot) | 2× Samsung PM9A3 3.84 TB NVMe, RAID-1 | 3.148 € |
| SSD-Tier (Warm) | 4× Seagate IronWolf Pro 16 TB SSD, RAID-6 | 4.716 € |
| HDD-Tier (Cold) | 12× WD Gold 18 TB, RAID-6 | 5.364 € |
| Chassis & Netz | Supermicro 2U, Mellanox 25 GbE dual-port | 3.290 € |
| Installation & Integration | OLKA IT-MBS Vor-Ort, 2 Tage + Einweisung | 3.480 € |
| Gesamtinvestition | Präzise gemäß Projektangebot | 19.998 € |
Oliver Kastler — OLKA IT-Modern Business Solutions
Server-Beschaffung, RAID-Konfiguration, Einbindung ins LAN/VPN des Kunden. IT-Infrastruktur für Fertigungsbetriebe in der Region Fürstenfeldbruck–München.
olka-itmbs.de
Florian Ludwig — FL-Consulting
Florian hat mit der Geschäftsführung definiert, welche Log-Daten für diesen Business Case aufbewahrt werden müssen — eine unternehmerische Entscheidung, keine IT-Aufgabe.
Florians Projektbericht →
Was das wirklich kostet — und was es spart
Netto-Ersparnis im ersten Jahr nach Amortisation der Investition.
Ab Jahr 2: volle 50.000–66.000 € bleiben im Unternehmen.
Die monatlichen Betriebskosten des lokalen Systems: Strom (~80 €), Wartungsvertrag OLKA IT-MBS (~200 €/Monat), Software-Subscription Alpi-M. Alles zusammen deutlich unter 500 € im Monat — gegenüber 5.000–5.500 € Cloud-Rechnung vorher.
DSGVO & gesetzliche Aufbewahrungspflichten
Ein oft unterschätzter Vorteil der lokalen Infrastruktur: Daten verlassen nie das Unternehmen. Das vereinfacht DSGVO-Compliance massiv — kein Auftragsverarbeitungsvertrag mit einem US-Anbieter, keine Data-Residency-Diskussion, keine Unsicherheit bei Behördenanfragen.
Konkret erfüllt das System automatisch:
- HGB §257: Handelsbücher und Buchungsbelege 10 Jahre aufbewahrt, unveränderlich archiviert
- GoBD: Revisionssichere Archivierung, Zugriffs-Log, Exportfähigkeit für Betriebsprüfungen
- DSGVO Art. 17: Automatische Löschung nach Ablauf von Aufbewahrungsfristen
- DSGVO Art. 32: Verschlüsselung at-rest und in-transit
Datensicherheit & Versicherung
Lokale Infrastruktur bedeutet mehr Kontrolle — aber auch eigene Verantwortung. Wir empfehlen unseren Kunden deshalb immer, die neue Infrastruktur in ihre Cyber-Versicherung aufnehmen zu lassen: Datenverlust, Ransomware, Betriebsunterbrechung.
Der Moment, in dem sich die Architektur bewährt hat
Drei Monate nach Go-Live wurde der Kunde von seiner Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zu einer außerplanmäßigen Betriebsprüfung aufgefordert — Prüfungszeitraum: Geschäftsjahre 2018–2022. Gefordert wurden vollständige Auftragsdokumentationen, Prüfprotokolle und Maschinenlogs für 847 Fertigungsaufträge.
Das ist der Unterschied zwischen «günstiger speichern» und «die Daten tatsächlich im Griff haben».
Fazit: Souveränität rechnet sich
Dieses Projekt zeigt, dass lokale KI-Infrastruktur kein ideologisches Statement ist — sondern eine wirtschaftliche Entscheidung. 19.998 € Investition gegen 50.000–66.000 € jährliche Einsparung, DSGVO-Compliance als Nebenprodukt, und die vollständige Kontrolle über Unternehmensdaten.
Der Schlüssel ist die KI-gestützte Vorbereitung: Ohne Klassifikation und Aging-Analyse kauft man zu viel Hardware. Mit ihr kauft man genau das Richtige.
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