DSGVO · Compliance · KI
KI unter DSGVO- und Compliance-Auflagen betreiben
Die meisten Unternehmen behandeln DSGVO-Compliance als Checkliste fuer die Rechtsabteilung. Das funktioniert nicht. Compliance bei KI ist eine Architekturentscheidung, die vor der ersten Zeile Code getroffen wird.
Wann wird das relevant?
- Ihr Datenschutzbeauftragter erfaehrt von KI-Tools, die ohne Freigabe im Einsatz sind (Shadow AI)
- Ein Kunde oder Partner fragt nach Ihrer KI-Compliance-Dokumentation
- Der EU AI Act tritt im August 2026 vollstaendig in Kraft und Sie haben noch nichts vorbereitet
- Sie verarbeiten personenbezogene Daten mit KI und haben keine DSFA durchgefuehrt
- Ein Wettbewerber bekommt ein Bussgeld und Ihre Geschaeftsfuehrung fragt: "Sind wir sicher?"
Was die DSGVO von KI-Systemen verlangt
- Art. 28 — Auftragsverarbeitung: Jede externe Verarbeitung braucht einen AVV. Jeder API-Call an OpenAI oder Google ist eine Auftragsverarbeitung.
- Art. 35 — DSFA: Pflicht bei Hochrisiko-Verarbeitung. KI-basierte Profilerstellung faellt fast immer darunter.
- Art. 22 — Automatisierte Entscheidungen: Betroffene haben das Recht auf menschliche Ueberpruefung. Vollautomatische Entscheidungen mit rechtlicher Wirkung nur unter strengen Bedingungen zulaessig.
- Art. 13/14 — Transparenz: Betroffene muessen wissen, dass ein KI-System ihre Daten verarbeitet.
Pflichten mit Bussgeld-Androhung bis 20 Millionen EUR oder 4% des Jahresumsatzes.
Was der EU AI Act zusaetzlich fordert
Klassifizierung nach Risiko: minimal, begrenzt, hoch, verboten. Hochrisiko-Systeme (HR-Entscheidungen, Kreditbewertung, medizinische Diagnostik, kritische Infrastruktur) muessen erfuellen:
- Vollstaendige technische Dokumentation
- Konformitaetsbewertung vor Inbetriebnahme
- Logging aller Entscheidungen fuer mindestens 10 Jahre
- Menschliche Aufsicht im laufenden Betrieb
Die Architektur-Loesung
On-Premise Deployment eliminiert 80% der Compliance-Komplexitaet:
- Kein Datentransfer = kein AVV noetig
- Keine Cloud = kein Schrems-II-Problem
- Lokales Logging = volle Audit-Kontrolle
Die restlichen 20%: saubere Dokumentation, Risikoklassifizierung nach AI Act, DSFA wo erforderlich. Machbare Arbeit mit klaren Vorgaben.
Beispiel aus der Praxis
Gesundheitsdienstleister, 2.000 Mitarbeiter. 14 KI-Tools im Einsatz, davon 9 ohne AVV, 4 mit US-Datenverarbeitung, 2 als Hochrisiko nach AI Act eingestuft. Audit-Ergebnis: 5 Tools konnten mit korrektem AVV weiter genutzt werden, 3 wurden durch On-Premise-Alternativen ersetzt, 6 brauchten zusaetzliche Dokumentation. Gesamtaufwand: 6 Wochen. Ohne Audit waere das Bussgeld-Risiko bei geschaetzt 2,4 Millionen EUR gelegen.
Trade-offs
- On-Premise loest nicht alles: Auch lokale Systeme brauchen Dokumentation, DSFA und Transparenzpflichten. Der Aufwand sinkt, verschwindet aber nicht.
- AI Act ist noch nicht final interpretiert: Risikoklassifizierung fuer viele Anwendungsfaelle ist Auslegungssache. Erwarten Sie Nachbesserungen.
- Compliance kostet Zeit: Rechnen Sie mit 15-25% Mehraufwand gegenueber einem Projekt ohne regulatorische Anforderungen.
- Shadow AI ist das groesste Risiko: Tools, die Mitarbeiter eigenstaendig nutzen, sind oft der blinde Fleck. Die Inventur deckt das auf.
Praktische Schritte
- Schritt 1: Inventur aller KI-Tools — inklusive Shadow-AI
- Schritt 2: Risikoklassifizierung jedes Systems nach AI-Act-Kategorien
- Schritt 3: AVV-Status fuer jeden externen Dienst pruefen
- Schritt 4: Dokumentation erstellen (Verarbeitungsverzeichnis, DSFA wo noetig)
- Schritt 5: Entscheidung: was bleibt Cloud, was geht On-Premise
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